Bauhütten als immaterielles Kulturerbe

Am 16. März 2018 gab die Deutsche UNESCO-Kommission bekannt, dass das »Bauhüttenwesen« in das Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes Deutschlands aufgenommen wurde. 

Dies ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Anerkennung der europäischen Dom- und Münsterbauhütten als immateriellem Kulturerbe der Menschheit. Im März 2019 haben Deutschland, Frankreich, Österreich, die Schweiz und Norwegen das Bauhüttenwesen für das internationale UNESCO-Register Guter Praxis-Beispiele der Erhaltung Immateriellen Kulturerbes nominiert. Die Entscheidung wird im Herbst 2020 fallen.

Ohne die europäischen Dom- und Münsterbauhütten wäre der Erhalt der zahlreichen europäischen Kathedralen und anderer großer Kirchenbauten, die einen wesentlichen Teil des europäischen Kulturerbes bilden, undenkbar. Bis heute stehen sie in der Tradition der mittelalterlichen Bauhütten und geben ihr unschätzbares Fachwissen und ihre Traditionen von Generation zu Generation weiter. Handwerker und Restauratoren der verschiedensten Gewerke arbeiten eng zusammen, um die herausragenden Bauten künftigen Generationen zu bewahren. Wie bereits im Mittelalter stehen auch heute die Bauhütten international in einem regen wissenschaftlichen und handwerklichen Austausch, um von dem Wissen und den Erfahrungen der anderen zu profitieren. Neben traditionellem Handwerk ist stets auch Innovation gefragt, um neue Wege zur Konservierung der historischen Baumaterialien zu finden. Hier besteht eine enge Zusammenarbeit mit Universitäten und anderen Forschungseinrichtungen.

Europastein der Bauhütten

Mit dieser Fiale haben sich 18 Bauhütten aus Deutschland, Frankreich, Österreich, der Schweiz und Norwegen bei der UNESCO um Eintragung auf die Liste des immateriellen Kulturerbes beworben. Jede Bauhütte hat dabei ein Werkstück in einer für ihren Bau typischen Steinsorte und Formensprache gefertigt.

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