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Himmlischer Glanz - Schätze aus dem Hildesheimer Dom zu Gast in Köln

Vom 16. Dezember 2011 bis zum 13. Januar 2013 werden in der Kölner Domschatzkammer 16 Exponate des Hildesheimer Dom-Museums präsentiert. Anlass ist der aufwendige Umbau des Hildesheimer Domes und des Dom-Museums, das bis 2014 geschlossen sein wird. Um dennoch der Öffentlichkeit herausragende Stücke der Sammlung präsentieren zu können, werden in verschiedenen Schatzkammern und Museen im In- und Ausland Exponate des Dom-Museums ausgestellt.

Das Bistum Hildesheim wurde im Jahr 815 durch Kaiser Ludwig den Frommen gegründet. Die Gründungslegende erzählt, dass der Kaiser bei einer winterlichen Jagd ein kostbares Marienreliquiar verloren hätte, das er stets bei sich zu tragen pflegte. Schließlich fand man es in den Zweigen eines blühenden Rosenstrauches wieder, dem man es aber auf wundersame Weise nicht mehr zu entreißen vermochte. Daraufhin habe der Kaiser an dieser Stelle den Bau des ersten Hildesheimer Domes veranlasst. Noch heute befindet sich am Domchor der sogenannte tausendjährige Rosenstock, der auf diese Legende zurückgeführt wird. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges, als am 22. März 1945 Dom und Stadt nahezu vollständig in Schutt und Asche sanken, verbrannte auch der Rosenstock und schien für immer verloren. Als jedoch nur wenige Wochen später frische Triebe dem verkohlten Stumpf entsprossen, wurde er den Hildesheimern zum sichtbaren Hoffnungszeichen für einen glücklichen Neuanfang. Auch wird im Domschatz bis heute ein Reliquiar verwahrt, dessen älteste Elemente in das frühe 9. Jahrhundert datieren und das seit Jahrhunderten als das legendäre Marienreliquiar Kaiser Ludwigs angesprochen wird. Zwischen dem späten 16. und der Mitte des 18. Jahrhunderts war Hildesheim dem Erzbistum Köln auf das Engste verbunden, da die Kölner Kurfürsten aus dem Haus der baierischen Wittelsbacher zumeist auch gleichzeitig Bischöfe von Hildesheim waren.

Einzigartig ist der Hildesheimer Domschatz. In Deutschland gibt es nur wenige Kirchen, die eine so große Fülle hochrangiger Schatzstücke über die Zeiten bewahren konnten. So blieb der Hildesheimer Schatz im Gegensatz zum Kölner Domschatz von schweren Verlusten während der Säkularisation verschont. In der Kölner Domschatzkammer sind 16 Exponate des Hildesheimer Dom-Museum zu sehen, die zwischen dem 12. und 15. Jahrhundert entstanden sind. Die meisten Objekte stammen aus dem Domschatz, einige aber ursprünglich aus dem Besitz anderer Hildesheimer Kirchen, so aus der berühmten Hildesheimer Benediktinerabtei St. Michael.

Das ohne Zweifel bemerkenswerteste Objekt ist das Reliquiar der Dompatrone, das vor 1409 vom Domkellner Lippold von Steinberg der Bischofskirche gestift wurde. Die ungewöhnliche turmartige Form des Reliquiars, das Reliquien aller Dompatrone enthält, ist eine freie Nachbildung des spätromanischen Vierungsturmes des Hildesheimer Domes. In der runden Bergkristallkapsel auf der Turmhaube enthält das Reliquiar eine Kreuzreliquie.

Besondere Erwähnung verdient auch das Büstenreliquiar mit einer Schädelreliquie des heiligen Papstes Silvester aus der Hildesheimer Pfarrkirche Zum Heiligen Kreuz. Das Reliquiar, das um die Mitte des 13. Jahrhunderts für St. Michael in Hildesheim geschaffen wurde, besitzt über die Reliquie einen direkten Bezug zu Köln. So zählte auch im Kölner Dom ein Kopfreliquiar des Heiligen Papstes Silvester bis zu seiner Zerstörung während der französischen Revolution zu den bedeutendsten Reliquien der Kathedrale. Daneben zeigt die Ausstellung drei Armreliquiare, wie sie sich in der Kölner Domschatzkammer leider nicht erhalten haben, das Kopfreliquiar des berühmten Hildesheimer Bischofs Bernward, vier weitere Reliquiare sowie bischöfliche Insignien und liturgische Gefäße, wie beispielsweise den sogenannten Hezilokelch, der in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts entstand und aus der Hildesheimer Kirche St. Mauritius stammt.

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